🇩🇪Jurisdiction Guide

Liefern Sie an deutsche Unternehmen? Das bedeutet LkSG für Sie als Lieferant.

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet große deutsche Unternehmen, jährlich eine Sorgfaltsprüfung bei ihren Lieferanten durchzuführen. Wenn Sie an ein deutsches Unternehmen mit 1.000 oder mehr Mitarbeitern liefern, werden Sie einen LkSG-Fragebogen erhalten.

Key regulations in Germany

LkSG — Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (Sorgfaltspflichtengesetz)

In Force
Phase 1 (Januar 2023): Unternehmen mit ≥3.000 Mitarbeitern in Deutschland. Phase 2 (Januar 2024): Unternehmen mit ≥1.000 Mitarbeitern in Deutschland.

Das LkSG verpflichtet betroffene deutsche Unternehmen, menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in ihren Lieferketten zu identifizieren, zu verhindern und zu beheben. Unternehmen müssen jährliche Risikoanalysen durchführen, Präventivmaßnahmen umsetzen und Beschwerdeverfahren einrichten. Lieferanten werden aufgefordert, Sorgfaltspflicht-Fragebögen auszufüllen und können zur Unterzeichnung von Verhaltenskodizes verpflichtet werden.

BAFA — Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Durchsetzungsbehörde)

In Force
Durchsetzung seit Januar 2023.

Das BAFA ist die zuständige Behörde für die Durchsetzung des LkSG. Es kann Prüfungen durchführen, Unterlagen anfordern und Bußgelder verhängen. Sanktionen können bis zu 8 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes betragen — je nachdem, welcher Betrag höher ist. Unternehmen können außerdem für bis zu 3 Jahre von der öffentlichen Auftragsvergabe ausgeschlossen werden.

CSRD — Corporate Sustainability Reporting Directive (EU)

Upcoming
Phase 1 (2025): >500 Mitarbeiter. Phase 2 (2026): >250 Mitarbeiter oder >40 Mio. € Umsatz. Phase 3 (2027): börsennotierte KMU.

Die CSRD verpflichtet betroffene Unternehmen zur detaillierten Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Deutsche Unternehmen, die bereits dem LkSG unterliegen, sind gut positioniert. Für Lieferanten bedeutet dies: LkSG-ähnliche Fragebögen werden zum Standard bei allen EU-Käufern — nicht nur bei deutschen.

CSDDD — Corporate Sustainability Due Diligence Directive (EU)

Upcoming
Phase 1 (2027): >5.000 Mitarbeiter. Phase 2 (2028): >3.000 Mitarbeiter. Phase 3 (2029): >1.000 Mitarbeiter.

Die CSDDD ist die EU-Richtlinie, die LkSG-ähnliche Anforderungen in allen EU-Mitgliedstaaten einführen wird. Deutsche Unternehmen, die bereits LkSG-konform sind, werden gut vorbereitet sein. Für Lieferanten bedeutet dies, dass Sorgfaltspflicht-Fragebögen EU-weit zum Standard werden.

German BDSG & BSI Cyber Obligations

In Force
See description for jurisdiction-specific dates and deadlines.

Germany implements GDPR through the Federal Data Protection Act (Bundesdatenschutzgesetz, BDSG) with 72-hour breach notification to the relevant state data protection authority (Landesdatenschutzbehörde) or the Federal Commissioner for Data Protection and Freedom of Information (BfDI). Germany's Federal Office for Information Security (BSI — Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) coordinates national cybersecurity and mandates incident reporting for critical infrastructure operators (KRITIS) under the IT Security Act 2.0 (IT-Sicherheitsgesetz 2.0). NIS2 implementation through the NIS2UmsuCG requires essential and important entities to report significant incidents to the BSI within 24 hours (initial) and 72 hours (detailed). The BSI issues binding security standards and can impose fines of up to EUR 10 million for NIS2 violations. Suppliers processing German customer data must align incident response to the state DPA 72-hour GDPR window and BSI NIS2 reporting requirements.

What this means for you as a supplier

Wenn Sie an ein deutsches Unternehmen mit 1.000 oder mehr Mitarbeitern liefern, ist dieses Unternehmen gesetzlich verpflichtet, jährlich eine Sorgfaltsprüfung bei Ihnen durchzuführen. Sie werden einen Fragebogen zu Menschenrechtspolitik, Umweltmanagement, Gesundheits- und Sicherheitspraktiken sowie Antikorruptionsmaßnahmen erhalten. Eine unzureichende Antwort kann dazu führen, dass Ihr Käufer die Geschäftsbeziehung beendet oder alternative Lieferanten sucht.

Key dates

Januar 2023

LkSG Phase 1 — Unternehmen mit ≥3.000 Mitarbeitern müssen comply

Januar 2024

LkSG Phase 2 — Unternehmen mit ≥1.000 Mitarbeitern müssen comply

Jährlich

LkSG-Sorgfaltspflicht-Fragebögen an alle direkten Lieferanten

2025

CSRD Phase 1 — große Unternehmen mit >500 Mitarbeitern

2026

CSRD Phase 2 — Unternehmen mit >250 Mitarbeitern oder >40 Mio. € Umsatz

July 2029

CSDDD Phase 1 — EU-weite Lieferketten-Sorgfaltspflicht für größte Unternehmen

2029

CSDDD Phase 3 — Unternehmen mit ≥1.000 Mitarbeitern in allen EU-Mitgliedstaaten

BAFA-Durchsetzung: Was Sie wissen müssen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist die zentrale Durchsetzungsbehörde für das LkSG. Seit Januar 2023 hat das BAFA umfassende Befugnisse zur Prüfung, Untersuchung und Sanktionierung von Unternehmen, die ihren Sorgfaltspflichten nicht nachkommen.

1Prüfungsauslöser (Audit Triggers)

Das BAFA kann eine Prüfung aus eigener Initiative einleiten oder auf Grundlage einer Beschwerde. Typische Auslöser sind:

  • Eingaben von Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften oder betroffenen Personen
  • Medienberichte über Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette
  • Fehlende oder unvollständige Risikoberichte (§ 10 LkSG)
  • Hinweise aus anderen Behörden oder Zollprüfungen
  • Stichprobenartige Überprüfungen im Rahmen der allgemeinen Marktaufsicht

2Dokumentationspflichten

Im Falle einer BAFA-Prüfung müssen Unternehmen folgende Unterlagen vorlegen können:

Risikoanalyse

Jährliche Dokumentation identifizierter Risiken im eigenen Geschäftsbereich und bei direkten Lieferanten

Präventivmaßnahmen

Nachweis implementierter Maßnahmen zur Risikovermeidung (Verhaltenskodex, Schulungen, Vertragsklauseln)

Abhilfemaßnahmen

Dokumentation von Maßnahmen bei festgestellten Verstößen, einschließlich Zeitplan und Verantwortlichkeiten

Beschwerdeverfahren

Nachweis eines funktionierenden internen oder externen Beschwerdeverfahrens gemäß § 8 LkSG

Lieferantenbefragungen

Ausgefüllte Fragebögen und Selbstauskünfte direkter Lieferanten mit Datum und Unterzeichnung

Jahresbericht

Veröffentlichter Bericht gemäß § 10 LkSG auf der BAFA-Berichtsplattform

3Bußgeldrahmen und Sanktionen

VerstoßMax. BußgeldUmsatzschwelle
Keine Risikoanalyse durchgeführt€ 8.000.0002 % des Jahresumsatzes (wenn höher)
Keine Präventivmaßnahmen implementiert€ 8.000.0002 % des Jahresumsatzes (wenn höher)
Kein Beschwerdeverfahren eingerichtet€ 500.000
Kein Jahresbericht veröffentlicht€ 500.000
Ausschluss von öffentlichen AufträgenBis zu 3 JahreBei Bußgeldern über € 175.000

Quelle: § 24 LkSG. Bußgelder gelten für Unternehmen, nicht für Lieferanten direkt. Lieferanten können jedoch indirekt betroffen sein, wenn ihr Käufer sanktioniert wird.

BAFA-Berichtsplattform (offiziell)

Unternehmen, die dem LkSG unterliegen, müssen ihren jährlichen Bericht gemäß §10 LkSG elektronisch über die offizielle BAFA-Berichtsplattform einreichen. Die Frist beträgt vier Monate nach Ende des Geschäftsjahres.

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Was bedeutet das für Sie als Lieferant?

Als Lieferant sind Sie nicht direkt dem BAFA-Bußgeldrahmen ausgesetzt — aber Ihr Käufer ist es. Das bedeutet: Wenn Sie auf LkSG-Fragebögen nicht oder unzureichend antworten, gefährden Sie die Compliance Ihres Käufers und riskieren den Verlust des Auftrags.

Gut vorbereitete Lieferanten, die strukturierte Nachweise zu Menschenrechten, Umwelt und Governance bereitstellen können, werden von deutschen Käufern bevorzugt — insbesondere wenn das BAFA den Druck auf Unternehmen erhöht.

Last reviewed: April 2026. This guide is for general information only and does not constitute legal advice. Regulations change — verify current requirements with a qualified adviser.

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